Aleras

Bruder Aleras aus dem Ravenqueen Kloster östlich von Talar.

Description:
Bio:

Als Waise kam Aleras im geschätzten Alter von 6 Jahren in das Kloster, welches zu Ehren der großen Ravenqueen erbaut und genutzt wird. Er wurde dort in den Kreis der Ordensmönche als Novize aufgenommen und sollte für sein weiteres Leben im Kloster geschult werden und sich die Lehren der Ehrerbietung der Ravenqueen zu eigen machen.
Die ersten Jahre innerhalb der Klostermauern verbrachte er damit, Lesen und Schreiben zu lernen sowie die unbeliebtesten Aufgaben in der Erhaltung und Pflege des Klosters zu erfüllen. Innerhalb weniger Jahre musterte er sich vom Novizen zu einem ehrbaren Ordensmitglied. Hervorstechend in seinem Verhalten war die fast schon instinktive Wahrnehmung der Denkweisen der Ravenqueen, da er bereits in jungen Jahren einen unglaublichen Lebens und Überlebenswillen zeigte, jedoch auch ein gutes Verständnis für die Vergänglichkeit der Dinge.
Eines Nachts, als er wie so oft noch als Letzter im Tempel seinen Aufgaben nach ging, stand er vor dem Altar der für Opfergaben gedacht war und reinigte die Opferschalen. Er hörte ein Kratzen aus der Richtung der großen Ravenqueen Malerei an der Seitenwand des Tempels. Zitternd nahm er sich eine der Fackeln aus dem Vorraum des Tempels und wagte sich in die bereits abgedunkelte Ecke, aus der er das Geräusch wahrzunehmen glaubte. Als er jedoch näher an die Wand kam, stellte er schnell fest, dass sich wohl doch niemand ausser ihm in diesem Raum befindet. Gerade als er sich umdrehen wollte, um seiner unvollendeten Aufgabe nachzugehen, nahm er eine Bewegung an der Wand wahr. Schnell bewegte er die Fackel vor das Abbild der Ravenqueen und konnte gerade noch sehen wie die triefende Giftklause der Spinnengottheit auf ihn niederging.
Als er in seinem Bett zu sich kam, wurde ihm von den anderen Ordensmitgliedern erzählt, einer seiner Brüder habe einen Schrei gehört und wäre mit ein paar anderen Mönchen in den Tempel gestürmt. Man habe Aleras dann vor der Seitenwand liegen sehen, in einem Fieberzustand, kreidebleich und im Delirium. Er sei dann auf sein Zimmer gebracht und medizinisch versorgt worden, jedoch habe weder die Arkane Magie noch irgend eine andere Methode der Heilung sein Fieber und Delirium beendet. Aleras sei nun schon seit mehreren Wochen in seinem Bett gelegen und habe mehr und mehr körperlich abgebaut.
Aleras selbst konnte sich lediglich an die Bewegung vor seinen Augen und den stechenden Schmerz erinnern. Sein erster Blick, den er auf sich warf, ließ ihn erschrecken: Er war bleich wie eine Leiche und seine Augen hatten jegliche Farbe verloren. Sie waren tiefschwarz. Bei einem näheren Blick in den Spiegel fiel ihm auf, dass doch noch eine farbliche Abstufung zwischen der Pupille und dem restlichen Auge zu entdecken war, jedoch konnte man es nur bei ganz genauem hinsehen entdecken. Zudem war ihm immer leicht kalt, selbst wenn er direkt vor einem Feuer saß wurde es nur bedingt wärmer.
Sobald er wieder in der Lage war richtige Nahrung zu sich zu nehmen und sich wieder sicher auf seinen Beinen zu halten, begann er nach der “Krankheit” zu forschen. Er las sich systematisch durch jedes Buch der Klosterbibliothek in den Momenten, in denen er Zeit dazu hatte. Und er hatte viel Zeit, da seine Ordensbrüder ihn recht distanziert betrachteten, denn keiner wollte sich “anstecken”. Er fand in keiner medizinischen Literatur auch nur Hinweise darauf, in der arkanen Literatur fand er selbst bei Flüchen oder Verwandlungszaubern nichts, dass seine aktuelle Erscheinung vollständig erklären würde.
Im Laufe der Jahre, als sich die ungelesene Literatur der Bibliothek langsam dem Ende neigte, fand er in einem alten Foliant einen Hinweis auf den Anrufer, einen durch seinen Gott berührten Propheten.
Es wurde geschrieben, dass dieser Anrufer seine Bestimmung zu seinem Gott durch eine Berührung erhält. Es wurde von Vorkommnissen berichtet, die die Veränderung der Haut, der Augen, der Haare oder anderer Merkmale beschrieben, jedoch ist es nicht immer der Fall, weshalb er auch in vorherigen Texten nichts dazu fand.
Mit diesen Erkenntnissen wandte sich Aleras an den hohen Tempelrat. Daraufhin wurde er getestet, dann abberufen und als “Rufer” (Invoker) ausgebildet.
Innerhalb der Schule der Ravenqueen galt es für ihn, ein (für ihn bereits existentes) Verständnis für die Vergänglichkeit des Lebens zu vertiefen, kein Mitleid für selbst erzeugtes Leid zu fühlen, sowie Akzeptanz für den Tod und die Fähigkeit zur Verbreitung dieses Verständnisses zu erlernen. Es wurde ihm zusätzlich noch beigebracht, die fast schon instinktive Verbindung zur Ravenqueen zu nutzen und zu kanalisieren.
Nun, im Alter von 36 Jahren hat er die Grundlehren des Umgangs mit seinen Kräften erlernt und wird zu seinen Missionarsjahren und ausserhalb des Klosters geschickt. Seine Kenntnisse über die Welt selbst sind recht begrenzt, die er bisher lediglich durch Gespräche mit Besuchern des Klosters erworben und durch die von ihm und den Ordensbrüdern durchgeführten Begräbniszeremonien in umliegenden Dörfer erfahren hat. Es wird von ihm erwartet, seine Erfahrungen mit der Welt zu machen und die Lehren der Ravenqueen in die Welt zu tragen. Um ihn als Anrufer der Ravenqueen für alle Tempel und Klöster zu kennzeichnen, wurde ihm im Rahmen seiner Invoker-Weihe das Symbol seiner Gottheit auf den Rücken tätowiert.

Was er bis jetzt niemandem erzählt hat:
Seit seinem Erlebnis und seiner “Berührung” (dieser Begriff klingt für ihn fast anmaßend, fühlte es sich doch eher wie ein eingeweide-zerreissender Biss an) träumt er von der Ravenqueen, zwar nie wirklich mit ihr als Person, oder ihr als Stimme, jedoch sind die Bilder und Erfahrungen innerhalb seiner Traumwelt meist sehr klar und plastisch und von einer kalten Aura umgeben. So sah er beispielsweise in einem Traum, wie die Stadt Brindol aussieht und wo er sich hinbegeben muss, damit seine Mission beginnt.

Aleras

Scales of War, die Schuppen des Krieges joern Grimler